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Newsletter #18

ČESKÁ VERZE NEWSLETTERU VIZ NÍŽE

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen und Leser!

Jedes Medium hat seine Geschichte und verwirrte seine Adressaten im Moment seines erstmaligen Erscheinens. Das Radio ist dafür ein besonders prägnantes Beispiel. Als zum ersten Mal Stimmen in den Äther gesendet wurden, ließ das die Hörer erschauern wie ein okkulter Vorgang: Dem Gesprochenen ließ sich kein physisches Subjekt zuordnen – handelte es sich hier etwa um Botschaften aus dem Jenseits? Die Aufregung darüber ist noch gar nicht alt, sie datiert auf den Beginn des vergangenen Jahrhunderts. Die Faszination für die Ort- und Körperlosigkeit des Radios bestimmte die frühen Jahre dieses Mediums, und schon früh wurde sie auch für die Künste fruchtbar gemacht. Aus heutiger Sicht bietet die Beschäftigung mit historischer Radiokunst vielfältige Inspirationen: Denn vor 1930, als sich die künstlerischen Disziplinen stark ausdifferenzierten, profitierte gerade sie von einer viel stärkeren und fruchtbaren Synthese unterschiedlichster künstlerischer Ansätze. Heute scheint es, als sei insbesondere das Radio ein Ort, an dem das Zusammenspiel von Künsten, entgegen ihrer Separierung und Spezialisierung, wieder gelingen kann. Dieser Vorgang richtet sich auch gegen die lange vorherrschende Dominanz des wortzentrierten Hörspiels.

Dies ist der Ausgangspunkt der Ausstellung „Sounds. Radio – Kunst – Neue Musik“, die vom 13. Februar bis 28. März im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.) stattfindet. In einer Vielzahl von älteren und ganz neuen Arbeiten wird hier die Vielstimmigkeit der Radiokunst in ihrer Wechselwirkung von Raumkunst, akustischer Kunst und Vorgängen im öffentlichen Raum zur Geltung kommen. Radio wird als künstlerisches Medium begehbar und räumlich erlebbar. Und ähnlich wie in den allerersten Jahren des Mediums soll noch einmal eine Überraschung darüber hervorgerufen werden, wie komplex die Erfahrungsräume sein können, die es hervorruft.

Fünf Radio-Arbeiten aus dem deutsch-tschechischen Radiokunstprojekt „rádio d-cz“, das im Rahmen der von Zipp initiierten und durchgeführten Kulturprojekte entstanden ist, bilden den Kern dieser Ausstellung. Autoren, Künstler, Hörspieldramaturgen, Geräuschesammler und Musiker begaben sich dafür auf Reisen in deutsch-tschechische Lebenswelten. Ihre Radio-Features, Hörspiele und Soundcollagen handeln von tatsächlicher oder fiktiver Zeitgeschichte: von Abenteurern und Selfmade-Männern, trennenden Zäunen und verbindenden Geräuschen. Diese Arbeiten wurden von Deutschlandradio Kultur, dem Südwestrundfunk, dem Westdeutschen und Österreichischen Rundfunk und in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Rundfunk produziert.

Wie eine Sendersuchnadel kann sich der Besucher der Ausstellung von Sound zu Sound hin- und herbewegen und zugleich in die vergangenen 80 Jahre Radiogeschichte eintauchen. Ursula Block wird für die Dauer der Ausstellung ihr umfassendes Archiv zur Geschichte der Neuen Musik und akustischen Kunst öffnen. Sie zieht mit ihrem Berliner Laden gelbe MUSIK in den n.b.k. um und zeigt die Sonderausstellung „Denkbare Partituren“. „Sounds. Radio – Kunst – Neue Musik“ ist eine Ausstellung des n.b.k. in Zusammenarbeit mit Zipp – deutsch-tschechische Kulturprojekte, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes. Das Konzeptionsteam besteht aus Marius Babias, Gaby Hartel, Frank Kaspar und Katrin Klingan.

Wir möchten Sie herzlich zur Eröffnung am 12. Februar um 19.00 Uhr in die Räume des n.b.k. in der Chausseestr. 128/129 einladen. Am 25. Februar folgt ein kommentiertes Live-Listening mit Brigitte Felderer, ein DJ-Set von Klaus Sander, der mit Versatzstücken aus der Geschichte der experimentellen Radiokunst arbeitet und ein DJ-Set von Ursula Block, das Samples aus der Neuen Musik integriert. Gaby Hartel und Frank Kaspar werden die Moderatoren dieser Veranstaltung sein. Tags darauf, präsentieren Kateřina Šedá und Rolf Simmen ihr Hörspiel „Furt dokola / In einem fort“ – es ist dies auch ein Zusammentreffen von Bildender Kunst und Hörspiel. Am Donnerstag, dem 11. März bietet sich die Gelegenheit zu einem Ausstellungsrundgang mit dem Konzeptionsteam, bevor am 28. März die große Abschlussveranstaltung stattfindet: An diesem Abend wird eine Stimmperformance des New Yorker Künstlers John Giorno zu erleben sein, eingerichtet vom Künstler Ugo Rondinone, die zu einem Highlight des gesamten Events zu werden verspricht. Näheres dazu erfahren Sie in unserem nächsten Newsletter. Außerdem wird im Verlag der Buchhandlung Walther König ein Katalog zur Ausstellung erscheinen. Er umfasst 200 Seiten und wird 19,80 Euro (ermäßigt: 15 Euro) kosten.

Alle weiteren Informationen und auch die Namen aller beteiligten Künstler entnehmen Sie bitte der Webseite www.nbk.org

Spitzen Sie also die Ohren und bleiben zuversichtlich: Der nächste Frühling kommt bestimmt!

Ihr Zipp-Team

 
 

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