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Newsletter #04

Sehr geehrte Damen und Herren!
Liebe Leserinnen und Leser!

Im Jahr 1963 kam es im Schloss Liblice, nur eine Autostunde von Prag entfernt, zu einer denkwürdigen Zusammenkunft. Aus einer politisch zunächst eher unverdächtig anmutenden Fachkonferenz über den Dichter Franz Kafka entwickelte sich eine intellektuelle Strömung, die fünf Jahre später in einen großen gesellschaftlichen Aufbruch münden sollte. Es spricht aus heutiger Sicht einiges dafür, dass der Prager Frühling seine Wurzel auch in dieser Kafka-Konferenz gehabt hat. Offenbar führte die Auseinandersetzung mit diesem, im Sozialismus eher totgeschwiegenen als verfemten, Autor direkt ins Zentrum der politisch brisanten Fragen.

„Kafka und die Macht – 1963 1968 2008“, so lautet der Titel einer ebenso hochkarätig wie international besetzten Konferenz, die am 24. und 25. Oktober am historischen Originalschauplatz vom Heidelberger Institut für Textkritik, dem Institut für Zeitgeschichte / Ústav pro soudobé dějiny AV ČR in Zusammenarbeit mit Zipp – deutsch-tschechische Kulturprojekte veranstaltet wird. In Schloss Liblice diskutieren Historiker, Politiker, Philosophen und Philologen wie u.a. Klaus Theweleit, Kurt Krolop, Alena Wagnerová, KD Wolff über die Bedeutung der Kafka-Rezeption für den Prager Frühling und gehen der Frage nach, ob Franz Kafka tatsächlich „der größter Experte der Macht“ (Elias Canetti) gewesen ist und inwiefern sich seine Texte noch heute zur Analyse von Machtverhältnissen eignen.

Am 22. Oktober feiert das Stück „Exit 89“ des Prager Theater Archa seine Premiere.
„Exit 89“, das von den Autoren als ‚tragische Operette’ bezeichnet wird, spielt an einer Tankstelle auf Höhe von Kilometer 89 der Autobahn D1. Ganz in der Nähe verunglückte 1992 der Politiker Alexander Dubček tödlich. Am Jahrestag des Unfalls treffen an dieser Stelle die sechs Protagonisten des Stückes zusammen. „Exit 89“ verwebt sechs Geschichten, die sich zwischen den Jahren 1968 und 2008 abspielen. Es tauchen LKWs, eine tschechisch-deutsche Liebe, ein Unfall, ein Gedächtnisverlust, das Ende einer Utopie und der Anfang einer neuen Utopie auf – und das am Denkmal von Alexander Dubček. Jiří Havelka, der Regisseur von „Exit 89“, erklärt: „Für uns ist es vor allem ein Spiel mit dem Gedächtnis, also darüber, dass die Geschichte von menschlicher Erinnerung geschaffen wird und dass menschliche Erinnerung rückwirkend die Identität des Menschen oder auch einer ganzen Nation, hervorbringt."
Die zweisprachige Inszenierung wird im Anschluss an ihre Prager Premiere auch in Brno, Hamburg und Berlin gezeigt. Jaroslav Rudiš und Martin Becker haben das Libretto zu dieser musikalischen Inszenierung geschrieben, die Musik stammt von Michal Nejtek, Jiří Havelka, Träger des Alfred Radoks Preises für Talent des Jahres 2008, führt Regie.
www.archatheatre.cz

Die Produktion „Exit 89“ findet im Rahmen des Zipp-Projekts "68/89 – Kunst.Zeit.Geschichte." statt.
Wenn Sie sich auch über die übrigen Aktivitäten dieses Projekts informieren und über Neuigkeiten auf dem Laufenden gehalten werden möchten, dann empfehlen wir Ihnen die Website www.68-89.net. Hier stellt eine ständig aktualisierte News-Rubrik Neuigkeiten aus den laufenden Produktionen bereit und vermittelt zusätzliche Einblicke in die Arbeit der beteiligten Künstler. Auf dieser Seite finden Sie auch das „68/89-Magazin“, das Sie im PDF-Format herunter laden können: Die soeben erschienene Nummer 2 beleuchtet in Texten und Bildern das Geschehen von ’68 in Tschechien, Deutschland und im größeren internationalen Zusammenhang.

Bereits jetzt möchten wir Sie auf die kommenden Veranstaltungen in Hamburg und Brno hinweisen. Mit großer Spannung sehen wir der Theaterproduktion „Alles wird anders“ entgegen, die am 30.10. auf Kampnagel ihre Premiere hat. Die Inszenierung des 34-jährigen Filmregisseurs Thorsten Trimpop, in deren Mittelpunkt die legendären Zwillingsschwestern Gisela Getty und Jutta Winkelmann stehen, ist Teil der Themenwoche „Performing 68/89“, die bis am 2. November auf Kampnagel läuft.
www.kampnagel.de

In Brno findet vom 8.-17. November unter dem Titel „Transforming 68/89“ ein „Samtenes Festival“ statt, das die historischen Zäsuren im Medium des Dokumentarfilms, der Literatur und Musik unter die Lupe nehmen wird.
www.provazek.cz

Alle Informationen zu den Projekten und Veranstaltungen von Zipp finden Sie unter www.projekt-zipp.de.

Wir wünschen Ihnen einen goldenen Herbst!
Ihr Zipp-Team

 
 

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