Zipp – deutsch-tschechische Kulturprojekte /

 

Lebenswelten /


Utopie der Moderne: Zlín /


Kafka /


1968|1989 /

 
Eine Initiative der
Kulturstiftung des Bundes
 

 

Zipp hat für die Kulturstiftung des Bundes eine lange Vorgeschichte. Kooperationsprojekte zwischen Deutschland und den Ländern in Mittel- und Osteuropa sind seit der Gründung der Stiftung 2002 ein fester Bestandteil unserer Arbeit; etwa 100 Einzelprojekte sind diesem Bereich bisher initiiert oder gefördert worden (eine Auflistung aller Projekte finden Sie hier). Zwei bilaterale Programme – das deutsch-polnische Büro Kopernikus von 2004 bis 2006 und das deutsch-ungarische Programm bipolar 2005 bis 2007 – unterstrichen dieses Engagement nachhaltig. Die positiven Erfahrungen daraus führten schließlich zur Initiative Zipp, die noch bis 2009 deutsch-tschechische Kulturprojekte fördert. Zipp befindet sich – ebenso wie die die beiden Vorgängerprogramme – in der Trägerschaft des Vereins relations e.V., der sich durch eine besondere Expertise bei innovativen Kulturprojekten mit Partnern aus Mittel- und Osteuropa auszeichnet.

Programme wie diese versteht die Kulturstiftung des Bundes als kulturelle Basisarbeit im europäischen Einigungsprozess, die die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarn stärken soll. Vordringliches Ziel von Zipp ist es daher, kulturelle Akteure beider Länder in direkten Kontakt zueinander zu bringen – sparten-, disziplinen- und generationsübergreifend. Das Ergebnis dieser Kooperation sind keine einmaligen, repräsentativen Veranstaltungen mit bloß symbolischem Charakter, sondern gemeinsam entwickelte und langfristig vorbereitete Projekte zu aktuellen Herausforderungen verschiedener künstlerischer Sparten und zu Themen von allgemeiner gesellschaftlicher Relevanz.

Zipp ist ein kuratiertes Programm: Die geförderten Projekte wurden gezielt entwickelt – auf der Basis des fachlichen Rats einschlägiger Experten des deutschen und tschechischen Kulturlebens. Auf diese Weise ist Zipp eine sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden deutsch-tschechischen Fördereinrichtungen – und kann Projekte initiieren, die bewusst aufeinander verweisen, in ihrem künstlerischen Ausdruck ebenso wie in ihrer thematischen Ausrichtung.

Ein besonderer Fokus liegt auf den gemeinsamen historischen Erfahrungen in Deutschland und Tschechien – ein Feld, das bis in die jüngste Zeit zu Interferenzen zwischen beiden Ländern geführt hat. Um das Verbindende zu betonen, greift Zipp zwei Jahreszahlen auf, die in Deutschland und Tschechien viele parallele Erinnerungen aufrufen: 1968 und 1989. Im Fokus von Zipp stehen keine geschichtlichen Rekonstruktionen der Ereignisse, sondern die Frage, in welcher Weise beide Jahreszahlen zueinander in Beziehung stehen, die Frage nach ihrem Fortwirken und nach ihrer Bedeutung für die Gegenwart. Beobachtungen von Akteuren und Zeitzeugen, von Wissenschaftlern, Künstlern und Intellektuellen ergänzen sich und zeigen die Vielschichtigkeit der Erinnerungs- und Bedeutungsebenen beider Jahreszahlen. Theatermacher und Historiker, Autoren und Künstler aus Tschechien und Deutschland arbeiten dazu auf das engste zusammen – in Form von Themenabenden und Theaterprojekten, Lesungen, Publikationen und Diskursformaten.

Für Zipp bilden die Veranstaltungen im Themenschwerpunkt „1968/1989“ nur den Auftakt. Es folgen Theaterprojekte, Radioarbeiten und ein internationales Dokumentarfilmfestival zu den deutsch-tschechischen Lebenswelten heute. Eine Konferenz und ein Ausstellungsprojekt widmen sich der tschechischen Industriestadt Zlín – ein Beispiel der urbanen Utopien der Moderne, die heute zu architektonischen Erinnerungsorten geworden sind. Eine Konferenz am historischen Ort Liblice widmet sich der politischen Wirkungsgeschichte des Prager Autors Franz Kafka. Zugleich wird ein umfassendes Editionsprojekt der Texte Kafkas gefördert, um deutlich zu machen, dass seine Texte bis heute von Bedeutung sind – nicht nur als historische Dokumente.

Mit den deutsch-tschechischen Kulturprojekten von Zipp eröffnet sich ein weites Feld – voller Entdeckungen, Erneuerungen und Impulse. Und voll neuer Begegnungen zwischen Tschechen und Deutschen.

Hortensia Völckers, künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes


relations e.V.


relations e.V. führt seit 2003 Austauschprojekte zwischen Deutschland und Ländern des östlichen Europa durch: relations (2003–2006), Büro Kopernikus, deutsch-polnische Kulturprojekte (2004–2006), Bipolar, deutsch-ungarische Kulturprojekte (2005–2007). Von 2007–2009 findet Zipp – deutsch-tschechische Kulturprojekte, in der Trägerschaft von relations e.V. statt.
Alle genannten Projekte sind Initiativprojekte der Kulturstiftung des Bundes.

 

Impressum / Drucken