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Eine Initiative der
Kulturstiftung des Bundes
 

13.02.–28.03.2010

Neuer Berliner Kunstverein (n.b.k.)
Sounds. Radio – Kunst – Neue Musik
Ausstellung

Zur Zeit der historischen Avantgarden bildeten die Künste eine sich gegenseitig befruchtende Synthese, ehe ab den 1930er-Jahren eine Separierung und Spezialisierung in einzelne Disziplinen einsetzte. Das Radio ist ein Ort, an dem dieses Zusammenspiel der Künste immer wieder erprobt und vorangetrieben wurde. Die Ausstellung „Sounds. Radio – Kunst – Neue Musik“ machte Radio als künstlerisches Medium begehbar und räumlich erlebbar. Ausgehend von der medieneigenen Vielstimmigkeit der Radiokunst und der Faszination der Ort- und Körperlosigkeit, die die frühen Radiojahre prägte, eröffnete die Ausstellung überraschende Perspektiven auf die Hörkunst und ihr Potenzial, komplexe Erfahrungsräume zu schaffen. Die Ausstellung versammelte 140 Künstler, Autoren und Musiker mit Beiträgen aus Geschichte und Gegenwart der Hör-, Klang- und Radiokunst. Details zur Ausstellung hier.

Konzeptionsteam: Marius Babias, Gaby Hartel, Frank Kaspar, Katrin Klingan
Ausstellungsdesign: Ruudi Beier, Peter Wellach (id3d-berlin themengestaltung)
Projektassistenz: Silvia Ploner

Begleitprogramm zur Ausstellung

Do, 25.02.2010, ab 19:00
Das Radio vor dem Radio: Körperlose Stimmen und magische Apparate
Kommentiertes Live Listening mit Brigitte Felderer

Wort, Geräusche, Gedanken
DJ-Set von Klaus Sander (supposé) mit Beispielen aus der Geschichte der experimentellen Audio-Kunst

Klaus Sander, der mit seinem Verlag und CD-Label supposé eigenständige Publikationsformen für das gesprochene Wort entwickelt, präsentierte in einem DJ-Set historische Originaltonaufnahmen von Autoren und Künstlern wie Paul Feyerabend, Peter Roehr und Arnold Schönberg sowie Höhepunkte aus seinen Produktionen mit Herta Müller, Peter Kurzeck, Joseph Weizenbaum u. a.

Musik jenseits ästhetischer Grenzen
DJ-Set von Ursula Block (gelbe MUSIK) mit Beispielen aus der Geschichte der Neuen Musik

Ursula Block gründete ihre Ladengalerie gelbe MUSIK 1981, seitdem wächst ihr Archiv stetig an. Im n.b.k. brachte sie selten gehörte Beispiele aus der Geschichte der Neuen Musik, der Fluxus-Bewegung und weitere künstlerische Audiostücke zum Klingen.

Fr, 26.02.2010, 19:00
Kommentiertes Live Listening. Bildende Kunst trifft Hörspiel
„Furt dokola – In einem fort“ mit Kateřina Šedá und Rolf Simmen. Moderation: Gaby Hartel und Frank Kaspar

Im Juni 2008 kletterte die tschechische Künstlerin Kateřina Šedá in ihrem Heimatort Brno-Líšen über 80 Zäune und spielte mit ihren Nachbarn eine Grenzverletzung nach der anderen durch. Aus Mitschnitten der Aktion und Interviews entwickelte sie mit dem Radiokünstler Rolf Simmen ein Hörspiel über das „Übersetzen“ – von Grundstück zu Grundstück und von einer Sprache in die andere. Wie in dieser Produktion von Deutschlandradio Kultur und dem WDR bildende Kunst auf Hörspiel trifft, diskutieren Gaby Hartel und Frank Kaspar mit Kateřina Šedá und Rolf Simmen.

Do, 11.03.2010, 19:00
Führung durch die Ausstellung mit dem Konzeptionsteam – Marius Babias, Direktor des n.b.k., Katrin Klingan, künstlerische Leiterin von Zipp, Gaby Hartel und Frank Kaspar, Kuratoren des Projekts „rádio d-cz“

So, 28.03.2010, 19:00
Stimmperformance im Kunstraum
Stimme: John Giorno, Raum: Ugo Rondinone

Der 1936 in New York geborene Dichter John Giorno, mittlerweile eine Legende der Beat-Generation, wird live in einem Setting des Künstlers Ugo Rondinone zu hören sein. Vor einer Fotoarbeit Rondinones brachte Giorno acht Gedichte zum Vortrag, die im Laufe seiner schillernden Karriere entstanden sind, welche ihn schon in den 1950er-Jahren mit Künstlern wie Andy Warhol, Allen Ginsberg, William S. Burroughs, Robert Rauschenberg oder Jasper Johns zusammenbrachte. Giorno, der für seine radikalen Versuche bekannt geworden ist, die Dichtkunst und ihre Performance-Situationen in neue Formen zu bringen, ist bis heute künstlerisch höchst produktiv. Und wo es ihm stets um göttliche Eingebung, politische Agitation und soziale Verantwortung ging und seine grenzüberschreitenden Projekte wie die „Giorno Poetry Systems“ immer auch die verschiedenen Kunstformen miteinander verbanden, konnte man auf die Wechselwirkung gespannt sein, in die seine Performance mit der ebenfalls interdisziplinär angelegten Ausstellung im n.b.k. trat.
Photos aus der Performance hier.



Bilder zu dieser Veranstaltung:

 
 




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