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1968|1989 /

 
Eine Initiative der
Kulturstiftung des Bundes
 

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1968/1989 – WAR DA WAS? Wer die eine historische Zäsur aus dem Blickwinkel der anderen betrachtet, sieht sich mit zwei der grundlegendsten gesellschaftlichen Umwälzungen konfrontiert, die das europäische 20. Jahrhundert erlebt hat. Das gilt für die damalige Tschechoslowakei und das heutige Tschechien in besonderer Weise.

In einem Zahlenspiel sind die Ziffern 68 und 89 durch eine schlichte Drehung ineinander verkehrbar – in der Geschichte aber nicht. Zu sehr unterscheidet sich die Utopie des Prager Frühlings von den Resultaten der Samtenen Revolution. Ist der Ruf nach Freiheit am Ende von den Gesetzen des freien Marktes beantwortet worden?

An der Zeit zwischen 1968 und 1989 lässt sich belegen, wie sehr der Prager Frühling eine starke Bewegung aus dem Untergrund hervorgebracht hat, die nicht zuletzt durch Einflüsse aus der US-amerikanischen Popkultur geprägt wurde – mit kaum zu unterschätzenden Folgen für den Fall des Eisernen Vorhangs.

In diesem Sinne beleuchtet der Themenschwerpunkt zwei zentrale geschichtliche Zäsuren aus verschiedenen Blickwinkeln und zeigt mit dem Projekt 68/89 – Kunst.Zeit.Geschichte., wie sich ein historischer Zusammenhang mit der künstlerischen Praxis der Gegenwart verschalten lässt: 1968 /1989 – diese Daten sind nicht isoliert zu denken; vielmehr wird das Vexierspiel der Jahreszahlen erst interessant, wenn auf den Zwei- ein Dreischritt folgt und man die Ziffer 2008 mitdenkt. Die Jahre 2008 und 2009 sind Jubiläumsjahre und erzeugen daher eine immense Aufmerksamkeit für ’68 und ’89. Dabei bietet der Vergleich zwischen Ost und West durchaus Anlass zur Irritation. Denn das hatte schon Rudi Dutschke in Prag erfahren müssen: Die Revolte fand zwar zeitgleich statt, fußte aber dennoch auf grundverschiedenen ideologischen Annahmen. Was daraus nach dem Fall des Eisernen Vorhangs geworden ist, welche Träume in Erfüllung gingen und welche verraten wurden, das lässt sich vielleicht erst heute beurteilen.


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